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Idee 16Pflanzen

Ruderalfläche

Gerade dort, wo scheinbar nichts wächst, entsteht eine überraschend lebhafte Fläche. Ruderalflächen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen im Siedlungsraum. Entscheidend sind offene Bodenstellen, nährstoffarme Bedingungen und eine hohe Strukturvielfalt aus Kies, Sand, Steinen und Totholz. Farbenfrohe Pionierpflanzen siedeln sich an, und mit ihnen wandern und fliegen Igel, Reptilien, Insekten, Vögel und Fledermäuse ein.

Ruderalfläche – Bleistiftzeichnung
Illustration, KI-generiert
ExpositionSonnig und warm, trocken, nährstoffarm
Standort

Ein sonniger und warmer Standort begünstigt eine hohe Artenvielfalt. Der Boden sollte trocken und nährstoffarm sein, da sich auf nährstoffreichen Böden wenige konkurrenzstarke Pflanzen durchsetzen und die typische, artenreiche Ruderalvegetation mit Pionierpflanzen verdrängen. Geeignet sind ungenutzte Gartenbereiche, Böschungen oder Randflächen, wobei sich auch eine kleine Fläche für eine Ruderalfläche eignet.

Material

Wandkies und Sand unterschiedlicher Korngrösse, grössere Steine oder Findlinge sowie Totholz zur Gestaltung. Sandlinsen ermöglichen bodennistenden Wildbienen das Nisten. Für die Bepflanzung Saatgut oder Setzlinge regionaler Ruderalarten verwenden; Aussaat ist günstiger, braucht aber Geduld, bis die Fläche nicht mehr wie eine Steinwüste wirkt.

Bauanleitung

Oberboden ca. 30 cm tief entfernen und mageres Wandkies-Substrat einbauen. Steine, Totholz oder Sandlinsen als Strukturvielfalt integrieren.

  • Wenn es mit der Begrünung schnell gehen muss: Die Ruderalfläche mit Pflanzen für trockene, magere und sonnige Standorte bepflanzen. Die beste Pflanzzeit ist im Frühling oder im Herbst, ausserhalb von Hitze- und Frostperioden. Die Pflanzen sollten tief genug gesetzt werden, da sich der Kies noch setzt.
  • Für Geduldigere: Die Fläche mit einer Mischung einheimischer Ruderalpflanzen ansäen. Die Ansaat erfolgt zwischen Mitte April und Mitte Juni, wenn der Boden bereits erwärmt ist. Vor der Ansaat kann eine ca. 2 cm dicke Schicht gütegesicherter Kompost oberflächlich ausgebracht und mit Steinen und Sand vermischt werden. Der Kompost unterstützt die Samen beim Keimen.
  • Für ganz Geduldige: Die Fläche begrünt sich von selbst. Es wachsen lokal vorkommende Pflanzenarten, die sich versamen.
Pflege

Die Kiesfläche von Zeit zu Zeit wieder aufhacken und stark ausbreitende Pflanzen sowie eingeflogene invasive Neophyten entfernen. Die Vegetation im Frühjahr vor dem Austrieb schneiden, damit Insekten in den Pflanzenstängeln überwintern können. Markhaltige Stängel auch gerne länger stehen lassen (vgl. Massnahme «Wildbienen-Paradies»). Ruderalflächen leben davon, gestört zu werden. Entweder die Fläche der natürlichen Dynamik über längere Zeit überlassen und durch einen radikalen Eingriff wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen. Oder die Fläche regelmässig pflegen und ein Zuwachsen verhindern. Ist das langfristig zu aufwändig, lässt sich die Fläche problemlos in eine artenreiche Wiese überführen.

Hinweis

Ruderalflächen sind sehr dynamische Flächen. Jedes Jahr sehen sie anders aus. Die Dynamik unbedingt zulassen und sich von Jahr zu Jahr über ein neues, farbenfrohes Bild überraschen lassen.